• „Ohne Tierarzneimittel kein Tier- und Verbraucherschutz“,

    so Dr. Sabine Schüller, Geschäftsführerin des Bundesverbandes für Tiergesundheit e.V. 

14.05.2010

Der ältere Patient

Was tun, wenn Hund und Katze in die Jahre kommen

Im Auftrag des Bundesverbandes für Tiergesundheit e.V. hat Produkt + Markt im Februar 2010 insgesamt 1003 Hunde- und Katzenhalter zum Thema ‚Das ältere Haustier als Patient‘ befragt. Hierzu wurden Tierhalter in ganz Deutschland über einen Online-Link zur Teilnahme an der Befragung eingeladen.

Die Stichprobe wurde dabei jeweils nach 50 Prozent Haltern von jungen Tieren und 50 Prozent Haltern von älteren Tieren aufgeteilt, wobei die Altersgrenze bei Hunden auf acht Jahre und bei Katzen auf sechs Jahre festgelegt wurde.

Im Durchschnitt werden Hunde mit 9,8 Jahren und Katzen mit 10,4 Jahren von ihren Haltern als alt wahrgenommen. Während bei den Haltern von jungen gegenüber Haltern von alten Hunden kaum ein Unterschied in der Wahrnehmung der Altersgrenze vorliegt, schätzen Halter von jungen Katzen ihr Tier ein Jahr früher als alt ein (9,8 Jahre) im Vergleich zu Haltern von alten Katzen (10,7 Jahre). Darüber hinaus liegt eine größere Streuung bei der Bestimmung der Altersgrenze bei Katzenhalter vor. Während 50 Prozent der Katzenhalter angaben, dass eine Katze ab einem Alter von 8 bis 12 Jahren als alt zählt, erstreckt sich diese Streuung bei den Hundehaltern nur von 8 bis 10 Jahre.

Häufigkeit und Kosten der Tierarztbesuche
Zwischen zwei bis drei Mal gehen Tierhalter mit Ihren Tieren zum Tierarzt pro Jahr. Während Halter von jungen Hunden häufiger zum Tierarzt gehen im Vergleich zu Haltern mit älteren Hunden, liegt die durchschnittliche Anzahl an Tierarztbesuchen bei den jungen Katzen unterhalb derer von älteren Katzen. Bei direkter Abfrage geht die Mehrzahl der Tierhalter von einer höheren Frequenz an Tierarztbesuchen bei älteren Haustieren aus. Ein indirekter Vergleich der durchschnittlichen Anzahl an Tierarztbesuchen früher zu heute von Haltern mit älteren Tieren bestätigt dies.

Insgesamt werden für Hunde rund 200 € pro Jahr für die tierärztliche Versorgung ausgegeben. Die Kosten für Katzen liegen bei 122 €. Während für ältere Hunde mehr im Vergleich zu den jungen Hunden für den Tierarzt ausgegeben wird, liegen die jährlichen Tierarztkosten bei den jungen Katzen oberhalb der Kosten von älteren Katzen. Hier kann eine Verzerrung zwischen wahrgenommener und tatsächlicher Versorgung junger gegenüber älteren Haustieren vorliegen.

Gesundheit der Tiere ist sehr wichtig
Insgesamt wird die Gesundheit der Tiere als extrem wichtig bewertet. Rund 80 Prozent der Tierhalter stufen die Gesundheit mit höchster Wichtigkeit ein. Hierbei liegen keine signifikanten Unterschiede zwischen jungen und älteren Tieren vor.

Demgegenüber wird jedoch die eigene/menschliche Gesundheit als signifikant weniger wichtig beurteilt. Zur eigenen Gesunderhaltung werden hierbei regelmäßig Spaziergänge, bewusste Ernährung und Sport betrieben.

Als typische Anzeichen/Symptome des Älterwerdens von Haustieren treten eine Vielzahl an unterschiedlichen Alterserscheinungen auf. Zu den drei wichtigsten Anzeichen/Symptomen zählen dabei Schwierigkeiten beim Aufstehen/Laufen, verminderte Bewegungsfreude und Verhaltensveränderungen.

Welche Bedürfnisse haben ältere Tiere?
Die Mehrzahl der Tierhalter geht von besonderen Bedürfnissen älterer Haustiere in Hinblick auf die Versorgung aus. Hierbei spielen insbesondere regelmäßige Tierarztbesuche, besondere Fütterungsbedingungen, angemessene Bewegung und die medikamentöse Unterstützung zur Linderung von Alterserscheinungen eine Rolle. Der Abschluss einer Krankenversicherung fürs Haustier scheint eher unüblich. Am häufigsten haben noch Halter von jungen Hunden eine Krankenversicherung abgeschlossen.

Wo informieren sich Tierhalter?
Hundehalter informieren sich im Wesentlichen beim Tierarzt. Weitere Informationsquellen stellen das Internet, Zeitschriften und Freunde und Bekannte dar. Auch bei Katzenhaltern bilden Tierärzte die wichtigsten Informationsquellen. Im Vergleich zu Hundehaltern scheinen sich Katzenhalter jedoch ebenfalls häufig primär über das Internet zu informieren.

Informationsbedarf ist hoch
Etwa die Hälfte aller Tierhalter wünscht sich mehr Informationen über die Versorgung älterer Haustiere. Der Bedarf liegt bei Hundehaltern etwas höher als bei Katzenhaltern. Genannt werden insgesamt eine Vielzahl an Informationslücken. Insbesondere werden jedoch Informationen zur Ernährung und dem richtigen Futter für ältere Haustiere gewünscht.


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Weitere Informationen:
Bundesverband für Tiergesundheit e.V.
Dr. Sabine Schüller
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