• „Ohne Tierarzneimittel kein Tier- und Verbraucherschutz“,

    so Dr. Sabine Schüller, Geschäftsführerin des Bundesverbandes für Tiergesundheit e.V. 

14.12.2010

Katzen brauchen Freiraum

Katzen takten selber, wie viel Streicheleinheiten pro Tag sie brauchen, ob sie es sich auf dem Familiensofa gemütlich machen oder ob sie sich lieber in eine stille Ecke verziehen. Zwangsgemeinschaft ist nicht das Ding der Katze. Und nach Möglichkeit gehen sie Stress lieber aus dem Weg.

Katzen, die draußen leben, verbringen einen großen Teil des Tages alleine mit der Jagd. Sie unternehmen ausgiebige Streifzüge, um Beute auszumachen. Diese Form der Nahrungsbeschaffung erfordert höchste Konzentration, Reaktionsschnelle und den vollen körperlichen Einsatz. Im Gegensatz dazu brauchen sich Wohnungskatzen um nichts zu kümmern. Futter steht den ganzen Tag zur Verfügung und Langeweile kommt auf.

Leben Katzen in "Zwangsgemeinschaften", fehlen darüber hinaus wichtige Rückzugsbereiche. Sie haben keine freie Wahl bezüglich wichtiger Dinge wie beispielsweise Futter-, Wasser- oder Ruheplätze. In vielen Fällen sind sie dazu gezwungen, ihren Lebensraum mit anderen Lebewesen, den Menschen mit eingeschlossen, zu teilen. Das ist für die Katze Stress pur. Meist sind es deshalb Mehrkatzenhaushalte, in denen Tiere mit Verhaltensstörungen auffällig werden.

Übertriebenes, vertikales Kratzmarkieren an gut sichtbaren Stellen in der Wohnung kann ein Zeichen für Stress sein. Ein eindeutiges Signal, das eine Verhaltungsstörung vorliegt, sind große Urinpfützen auf dem Boden. Werden solche Hinweise übersehen, können Katzen auf Dauer sogar ein aggressives Verhalten gegenüber Katzenbesitzer oder Artgenossen entwickeln.

Die Lebensqualität solcher Katzen ist massiv eingeschränkt. Dauerhafter Stress kann letztendlich organische Erkrankungen wie Verdauungsstörungen, Hautprobleme oder Harnwegsinfektionen verursachen oder das gesamte Herz-Kreislauf-System belasten.

Verhaltensgestörte Katzen sind auf die Hilfe des Menschen angewiesen. Zunächst sollte das Umfeld katzengerechter gestaltet werden. In schweren Fällen ist es sinnvoll, einen Verhaltenstherapeuten aufzusuchen. Der Tierarzt kann bei Bedarf aber auch mit speziellen Produkten den Heilungsverlauf unterstützen.


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