• „Ohne Tierarzneimittel kein Tier- und Verbraucherschutz“,

    so Dr. Sabine Schüller, Geschäftsführerin des Bundesverbandes für Tiergesundheit e.V. 

23.08.2011

Altersbedingte Krankheiten bei Hund und Katze

Alter ist keine Krankheit, auch nicht bei Hund und Katze. Unbestritten ist, dass die Zahl der Krankheiten im Alter, auch auf ein Tier bezogen, zunimmt. Die Tierärzte sprechen von Multimorbidität oder Mehrfacherkrankungen. Untersuchungen habe gezeigt, dass bei Hunden ab dem sechsten Lebensjahr die Zahl der Krankheiten zunimmt, bei Katzen ist dies ab elf Jahren zu erkennen.

 

Der Multimorbidität können drei Ursachengruppen zugrunde gelegt werden:

● Krankheiten, die in jedem Alter auftreten können

● Krankheiten die vorzugsweise im Alter auftreten

● Krankheiten, die in jüngeren Lebensabschnitten aufgetreten sind, nicht ausgeheilt wurden und daher chronisch geworden sind.

 

Die Ursachen für Alterserkrankungen sind vielfältig. Körperfunktionen nehmen in ihrer Leistungsfähigkeit ab und die Empfänglichkeit für Krankheiten nimmt entsprechend zu. Auch die Genesung kann länger dauern. Zudem gibt es typische Alterserkrankungen, die zwar nicht mehr zu heilen, aber durchaus zu lindern sind. Es können aber grundsätzlich nahezu alle Organ- und Funktionssysteme betroffen sein.

 

Folgende Kriterien beeinflussen maßgeblich den Alterungsverlauf bei Hund und Katze:

● Rasse und Größe

Große Rassen erreichen ein geringeres Durchschnittsalter als kleine. Kleinere Hunderassen sind mit etwa elf Jahren, große mit sieben und Katzen mit etwa zehn Jahren alt.

● Fütterung

Übergewichtige Tiere sind Risikopatienten und sterben in der Regel auch früher.

● Individuell, spezies- oder rassespezifisch erhöhte Krankheitsbereitschaft.

 

Woran kann der Tierhalter erkennen, ob sein Tier schon alt ist?

●Die Aufnahme und Verdauung von Futter wird schwieriger weil:

das Gebiss schlechter wird, Magen und Darm langsamer arbeiten, Leber und Nieren sind weniger belastbar.

● Die Fitness lässt nach, weil:

die Muskeln schwächer werden, Gelenkverschleiß auftritt, die Herzleistung abnimmt und chronische Atmungsprobleme auftreten können.

● Die Sinneswahrnehmung (Geruchsinn, Gehör, Sehfähigkeit, aber auch das Erinnerungsvermögen), lässt nach.

● Und ältere Tiere sind anfälliger für Tumorerkrankungen und hormonell bedingte Probleme.

 

Der rechtzeitige Start mit Vorsorgeuntersuchungen ist die beste Möglichkeit, altersbedingte Krankheiten zu diagnostizieren und mit deren Behandlung rechtzeitig zu beginnen.

Mögliche Untersuchungen können sein:

● Allgemeine klinische Untersuchung des Tieres mit Gewichtsbestimmung

● Blutuntersuchung (am nüchternen Tier): Gesundheitsprofil evtl. mit Hormonuntersuchung

● Harnuntersuchung, möglichst aus frischem Morgenurin

● Blutdruckmessung

● weiterführende Untersuchungen wie EKG, Ultraschall- oder Röntgenuntersuchung.

 

Regelmäßige Untersuchungen sollten ab dem kritischen Zeitpunkt - also beim Eintritt in die Seniorenphase - durchgeführt werden. Tierärzte werden bei solchen Alterschecks auch immer wieder hilfreiche Informationen für eine gesunde Fütterung / Ernährung, die auf das Alter des Tieres abgestimmt ist, geben. Dies gilt vor allem auch für übergewichtige Risikopatienten.

 

Ziel dieser Untersuchungen ist es, Krankheiten frühzeitig aufzudecken und sie im Frühstadium zu behandeln, sowie Schmerzen und Unwohlsein so weit wie möglich zu beseitigen.

 

Über weitere wichtige Krankheiten hat es im Rahmen der Tiergesundheitsinitiative bereits eine Vielzahl von Veröffentlichungen gegeben, die hier mit den entsprechenden Links noch einmal aufgeführt sind:

 

Herzerkrankungen beim Hund

http://www.bft-online.de/presse/kleintiergesundheit/herzerkrankungen-bei-hund-und-katze/hintergrundinformationen-herzerkrankung-beim-hund/

 

Herzerkrankungen bei der Katze

http://www.bft-online.de/presse/kleintiergesundheit/herzerkrankungen-bei-hund-und-katze/hintergrundinformationen-herzerkrankung-bei-der-katze/

 

Gelenkserkrankungen beim Hund

http://www.bft-online.de/presse/kleintiergesundheit/hintergrundinformationen-arthrose-beim-hund/

 

Gelenkserkrankungen der Katze

http://www.bft-online.de/presse/kleintiergesundheit/hintergrundinformationen-arthrose-bei-katzen/

 

Nierenerkrankungen

http://www.bft-online.de/de/presse/kleintiergesundheit/niereninsuffizienz-bei-hund-und-katze/hintergrundinformationen-niereninsuffizienz/

 

Diabetes

http://www.bft-online.de/presse/kleintiergesundheit/diabetes-bei-hund-und-katze/hintergrundinformationen-diabetes-bei-hund-und-katze/

 

Übergewicht

http://www.bft-online.de/presse/kleintiergesundheit/uebergewicht-bei-hund-und-katze/hintergrundinformationen-uebergewicht-bei-hund-und-katze/

 

Schilddrüsenerkrankungen

Eine Krankheit, die an dieser Stelle noch fehlt, ist dieHypothyreose beziehungsweise die Hyperthyreose. Sie bezeichnet eine Unter- beziehungsweise Überfunktion der Schilddrüse. Beim Hund gehört die Hypothyreose (Unterfunktion der Schilddrüse) zu den häufigsten endokrinen Erkrankungen und tritt meist im Alter von sechs bis acht Jahren auf. Betroffen sind vor allem, aber nicht ausschließlich, große Hunderassen.

 

Bei älteren Katzen steht dagegen eine Überfunktion der Schilddrüse im Vordergrund (feline Hyperthyreose). Auch diese Erkrankung wird immer öfter diagnostiziert. Betroffene Katzen sind bei der Diagnosestellung im Durchschnitt bereits 13 Jahre alt. Doch auch jüngere Tiere ab einem Alter von vier Jahren können erkranken. Nach Studien in England und Deutschland sind 12 Prozent aller Katzen über neun Jahren betroffen. Jenseits des 15. Lebensjahres ist fast jede fünfte Katze an Hyperthyreose erkrankt. Verursacher der Krankheit ist in den meisten Fällen ein gutartiger Tumor.

 

Sowohl die Hypo- als auch die Hyperthyreose sind mit Medikamenten behandelbar. Angepasste Diäten können den Heilungsverlauf unterstützen.


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