• „Ohne Tierarzneimittel kein Tier- und Verbraucherschutz“,

    so Dr. Sabine Schüller, Geschäftsführerin des Bundesverbandes für Tiergesundheit e.V. 

16.03.2011

Schmerztherapien unterstützen den Heilungsverlauf

Krisenstimmung bei Familie Maier - die kranke Miezi muss operiert werden. Tausend bange Fragen kreisen jetzt in den Köpfen der "Angehörigen". Wird der Eingriff gelingen und wird der heiß geliebte Haustiger auch wieder ganz gesund? Und wie ist das eigentlich mit den Schmerzen, so eine Operation tut doch weh. Tut sie, denn Schmerz entsteht grundsätzlich bei jeder Form von Gewebeschädigung. Eine Operation ist nichts anderes. Doch die Maiers müssen sich keine Sorgen machen.

Die moderne Tiermedizin hat sehr gut wirkende Schmerztherapien entwickelt. Operationen werden heute nur noch unter Narkose und nach Gabe von schmerzlindernden Mitteln vorgenommen. Diese mildern nicht nur den "scharfen" akuten OP-Schmerz, sie reduzieren auch den Schmerz danach. War man früher der Meinung, dass der Schmerz nach einer OP förderlich ist, weil sich das kranke Tier dann weniger bewegt, weiß man heute, dass schmerzfreie Tiere schneller genesen. Der Patient fühlt sich wohler, die Wundheilung verläuft besser, die Gefahr von Infektionen nach einer OP sinkt und die Klinikaufenthalte verkürzen sich. Es gilt als wissenschaftlich gesichert, dass sich auch Schmerzen vor der Operation wesentlich auf die Schmerzempfindlichkeit nach der Operation auswirken und daher kontrolliert werden müssen.

Schmerzmittel lassen sich gut auf individuelle Schmerzgrade einstellen. Dazu ist die genaue Beobachtung des Patienten vor und nach dem Eingriff notwendig. Eine Katze hat nur geringe Fähigkeiten, Schmerzempfinden eindeutig zu kommunizieren. War Miezi aber vor der OP ein ausgesprochenes Schmusetier und reagiert danach eher aggressiv auf körperlichen Kontakt oder war sie neugierig und legt jetzt ein ungewohntes Desinteresse an den Tag - dann leidet sie wahrscheinlich noch unter post-operativen Schmerzen. Auch eine ständig geduckte Körperhaltung oder halb geschlossene und zusammengekniffene Augen signalisieren Schmerzen. Damit es soweit erst gar nicht kommt, wird der Tierarzt bei der Entlassung den Maiers ein Schmerzmittel mitgeben, das sie ihrer Miezi zu Hause nach genauer Anweisung selber verabreichen können.


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