• „Ohne Tierarzneimittel kein Tier- und Verbraucherschutz“,

    so Dr. Sabine Schüller, Geschäftsführerin des Bundesverbandes für Tiergesundheit e.V. 

16.04.2012

Schmerzfrei bis ins hohe Alter

Katzen sind im Tierreich geradezu der Inbegriff von Eleganz, Gelenkigkeit und Sprungkraft, alles Merkmale von Vitalität und Lebenskraft. Mit den Jahren nutzen sich diese charakteristischen Eigenschaften aber im wahrsten Sinne des Wortes ab, weil körperlicher Verschleiß zum Älter werden eben dazu gehört, auch bei Katzen. Besonders häufig sind die stark beanspruchten Gelenke betroffen. Ursachen für Gelenksschädigungen können Zerrungen, Wachstumsstörungen, anatomische Fehlstellungen, Verschleiß oder bakterielle Infektionen sein. Das Gelenk „wehrt“ sich. Es reagiert mit Entzündung und produziert mehr, dafür aber minderwertige Gelenkflüssigkeit. Der Gelenkknorpel bildet sich zurück und verliert seine Fähigkeit, Bewegungen der Katze abzufangen. Was zunächst als natürliche Schutzreaktion beginnt, entwickelt sich so zur chronischen Erkrankung – der Arthrose. Jetzt schmerzt jede Bewegung.

Katzen erkranken viel häufiger an Arthrose als früher angenommen. Wissenschaftler sprechen sogar von einer heimlichen Volkskrankheit. Das liegt natürlich auch daran, dass Katzen heute wesentlich älter werden. Studien belegen, dass 90 Prozent aller Katzen über 12 Jahre an Arthrose leiden, bei vielen Katzen treten erste Symptome aber schon ab einem Alter von sechs Jahren auf.

Doch erkannt wird diese Krankheit sehr selten, denn Katzen sind schwierige Patienten. Sie verhalten sich bei Schmerzen anders als Hunde oder Menschen, verbergen ihr Leiden lieber, indem sie sich zurückziehen, mehr schlafen, niedrigere Schlafplätze aufsuchen und Treppensteigen vermeiden oder ihre Körperpflege vernachlässigen. Das Verbergen von Schmerz ist genetisch bedingt, denn Anzeichen von Schwäche könnten in der Natur den Tod bedeuten. Sie versuchen deshalb, so lange wie möglich normal zu erscheinen. Um Schmerzen bei der Katze zu erkennen, muss man sie deshalb sehr genau beobachten. Bei Verdacht hilft nur der Tierarztbesuch.

Arthrose lässt sich zwar nicht heilen, das gilt für Hunde und Katzen gleichermaßen. Nachdem die Kleintiermedizin auf dem Gebiet der Schmerzerkennung und Schmerztherapie bei Hunden schon seit längerem auf hohem Stand ist, wurden bei Katzen gerade in den letzten Jahren große Fortschritte erzielt. Mit speziell für Katzen entwickelten Schmerzmitteln kann man die Lebensqualität der Tiere spürbar - und lebenslang - verbessern. Katzenhalter sollten auch darauf achten, dass die Katze nicht zu dick wird. Jedes überflüssige Pfund belastet die kranken Gelenke zusätzlich.

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