• „Ohne Tierarzneimittel kein Tier- und Verbraucherschutz“,

    so Dr. Sabine Schüller, Geschäftsführerin des Bundesverbandes für Tiergesundheit e.V. 

25.11.2013

Worauf beim Tierkauf zu achten ist

1. Verantwortlichkeiten klären

Die Anschaffung eines Tieres ist immer Familiensache, denn alle werden für viele Jahre in die Pflicht genommen. Die Betreuung eines Tieres ist mit viel Arbeit verbunden, angefangen vom Gassi gehen mit dem Hund über das Reinigen des Katzenklos, Käfigs oder Aquariums bis hin zur Pflege im Krankheitsfall. Gerade kleinere Kinder sind damit schnell überfordert, hier müssen die Erwachsenen Verantwortung übernehmen. Wer sich für einen Hund entscheidet, muss bedenken, dass die richtige Erziehung wichtig und zeitaufwendig ist. Die Beschäftigung mit dem neuen Familienmitglied macht aber vor allen Dingen auch viel Spaß.

 

2. Welches Tier ist das Richtige?

Das hängt zum einen von den persönlichen Wünschen, zum anderen vom Alter des Kindes und den Lebensumständen der Familie ab. Wichtig ist es, die Lebenserwartung eines Tieres in die Entscheidung mit einzubeziehen. Hund und Katze können heute bei guter medizinischer Versorgung 16 Jahre und älter werden. Die Kinder sind möglicherweise längst ausgezogen, Hund und Katze aber bleiben. Hamster, Meerschweinchen, Kaninchen oder Vögel - ausgenommen einige Papageienarten - leben wesentlich kürzer. Ein beratendes Gespräch mit dem Tierarzt kann viele Fragen schon im Vorfeld klären.

 

3. Welche Vorstellungen verbindet man mit dem Tier?

Es ist wichtig zu wissen, was man von einem Tier eigentlich erwartet. So sind beispielsweise nachtaktive Tiere wie Hamster weniger für Kinder geeignet. Auch ist zu prüfen, ob die Voraussetzungen für die richtige Unterbringung und Betreuung des Tieres gegeben sind. Wie viel Platz benötigt ein Tier? Große Hunde in der Drei-Zimmer-Wohnung im 10. Stock eines Hochhauses sind sicher nicht angemessen. Das neue Mietrecht hat jedoch den Spielraum für Tierhalter erweitert. Vermieter dürfen die Haltung von Hunden und/oder Katzen nicht mehr pauschal verbieten. Dennoch ist eine Absprache mit dem Vermieter sinnvoll, um mögliche Unstimmigkeiten zu vermeiden.

 

4. Was kostet welches Tier?

Kleinere Heimtiere wie Hamster oder Meerschweinchen verursachen nur geringe Kosten, auch Katzen gehören normalerweise noch zu den weniger kostenintensiven Haustieren, weil beispielsweise keine Steuern anfallen. Fische sind zwar klein und preisgünstig. Die Kosten für die Unterhaltung eines artgerechten Aquariums sind jedoch nicht zu unterschätzen. Futterkosten stellen besonders bei großen Hunden einen erheblichen Posten dar. Reisefreudige Familien sollten sich rechtzeitig überlegen, ob sie ihr Tier mit in den Urlaub nehmen oder bei Freunden unterbringen zu können. Ansonsten müssten diese in der Ferienzeit in einer Tierpension untergebracht werden, auch das strapaziert die Haushaltskasse. Tierarztkosten sollten, unabhängig von der Tierart, in jedem Fall eingeplant werden, auch für gesunde Tiere, damit diese auch gesund bleiben.

 

5. Der richtige Zeitpunkt

Diese Frage lässt sich sicher nicht pauschal beantworten und ist tierabhängig. Die freien Tage der Weihnachtszeit sind wahrscheinlich ideal, um beispielsweise gemeinsam ein Aquarium einzurichten. Kleintiere wie Kaninchen, Hamster oder Wellensittich sind schnell in ein ruhiges Zimmer ausquartiert, wenn der Feiertagsrummel mal zu groß wird. Hunde- und Katzenwelpen benötigen eine ruhige Einführung in die Familie. Sie dürfen nicht verschreckt werden. Hat sich die ganze Verwandtschaft zum Besuch angemeldet oder gehören viele Kinder zum Haushalt, ist es besser, den tatsächlichen Einzug des neuen Familienmitglieds ein paar Tage zu verschieben. Mit einem Plüschtier als Ersatz unter dem Weihnachtsbaum kann man den Kinder sehr schön zeigen, dass das Christkind den Wunsch nicht vergessen hat.

 

Fazit

Erst wenn alle Fragen geklärt sind, sollte die endgültige Entscheidung für das ein oder andere Tier fallen. Unbedachte Käufe führen schnell zur Überforderung der Halter, schlimmstenfalls endet das Leben der Tiere dann im Tierheim, oder schlimmer noch, sie werden einfach ausgesetzt.


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