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Positive Stimmung

Erneut gute Umsatzzuwächse bei Antiparasitika - Blauzungenkrankheit erfordert neue Impfstoffe

Bonn, 2. Juni 2008

Mit einem Wachstum von 8,5 Prozent entwickelte sich der Tierarzneimittelmarkt in Deutschland im Jahr 2007 sehr gut. Dies teilte Dr. Martin Schneidereit, Geschäftsführer des Bundesverbandes für Tiergesundheit e.V. (BfT), anlässlich der 22. Mitgliederversammlung in Westerland/Sylt mit.

Die höchsten Zuwächse hätte man mit einem Plus von 16 Prozent bei den Antiparasitika verzeichnet. Vor allem Kleintierprodukte gegen Flöhe und Zecken seien stark nachgefragt worden. Als Folge der Blauzungenkrankheit hätten die Nutztierhalter darüber hinaus ein besonderes Augenmerk auf die Mückenabwehr gelegt.

Nach mehreren schwachen Jahren habe der Impfstoffsektor wieder ein deutliches Plus von fünf Prozent gezeigt, erläuterte Schneidereit. Dabei hätten sich die Impfstoffe im Geflügelbereich sehr gut entwickelt, Rinder- und Schweineimpfstoffe seien nur unterdurchschnittlich gewachsen. Bei den Antibiotika habe die erhebliche Verteuerung der Rohstoffe zu einem wertmäßigen Anstieg des Segments um 9 Prozent geführt. Immerhin zwei Drittel des Wachstums seien auf die erhöhten Einkaufspreise zurückzuführen.

Gute Akzeptanz für moderne Produkte
Bei den pharmazeutischen Spezialitäten könne man eine gewisse Konsolidierung beobachten, so Schneidereit. Das gesamte Segment zeige mit 6 Prozent ein leicht unterdurchschnittliches Wachstum. "Therapeutische Hormone aber, wie beispielsweise Schilddrüsenpräparate für den Hund, werden als neue und moderne Produkte sehr gut im Markt akzeptiert", differenzierte der BfT-Geschäftsführer. Einem erheblichen Preisdruck wegen des verschärften Generikawettbewerbs seien dagegen Entzündungshemmer ausgesetzt gewesen.

Insgesamt habe sich das Umsatzverhältnis Nutztiere - Hobbytiere (52 zu 48 Prozent) aufgrund gleichmäßiger Zuwächse in beiden Segmenten gegenüber 2006 kaum verändert.


Nachholbedarf beim Bürokratieabbau
Als kontraproduktiv bezeichnete der BfT-Vorsitzende Dr. Dieter Schillinger die Etablierung neuer bürokratischer Hürden, und dies, obwohl seitens der Politik das Ziel definiert worden war, die Bürokratiekosten bis 2011 um 25 Prozent zu senken. Ein Beispiel, das die Tiergesundheitsindustrie besonders betreffe, sei der Entwurf einer Verordnung, mit der die Antibiotikaverbrauchsmengen beim Hersteller abgefragt werden sollen. "Wir haben in unserer Stellungnahme auf die hohen Kosten verwiesen", erläuterte Schillinger, "und wir haben klargestellt, dass es sich bei der Verordnung um eine klassische Doppelmeldung handelt. Alle geforderten Angaben sind durch die Vorschriften zur Pharmakovigilanz bereits vorhanden und können genutzt werden."

Mittelständische Betriebe besonders betroffen
Als "Knock-Out"- Kriterium für neue Produkte bezeichnete Schillinger die Handhabung der Umweltverträglichkeitsprüfung bei der Zulassung von Tierarzneimitteln. Dies habe bereits dazu geführt, dass mehreren Produkten die Zulassung versagt worden sei. Gerade für mittelständische, aber auch für international tätige Unternehmen führe dies zu einer untragbaren Situation. Die Problematik werde derzeit mit den Entscheidungsträgern in Gesprächen thematisiert und man hoffe akzeptable Lösungen zu finden.
Als eines der wichtigsten Themen des vergangenen Jahres bezeichnete Schillinger die in Mitteleuropa neu aufgetretene Blauzungenkrankheit und den Wunsch aller Betroffenen, die Impfung und nicht die Keulung als geeignetes Seuchenbekämpfungsinstrument zu etablieren. Die Impfstoffhersteller hätten der großen Herausforderung gegenübergestanden, innerhalb kürzester Zeit sichere und wirksame BTV8-Impfstoffe entwickeln und produzieren zu müssen. Dies sei hervorragend gelungen. Intensive Gespräche zwischen Politik, Industrie und den fachlich betroffenen Verbänden hätten diesen Prozess unterstützend begleitet und gezeigt, dass es in gemeinsamer Anstrengung möglich sei, innovative Lösungen für neue Krankheiten bereitzustellen. Vor allem mit Blick auf potentielle neue Krankheiten wie West-Nil-Fieber oder Afrikanische Pferdepest sei dies eine wichtige und positive Erkenntnis.


Weitere Informationen erteilt der Bundesverband für Tiergesundheit Bundesverband für Tiergesundheit,
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