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Was wissen die Bürger über Tiergesundheit?

Was wissen die Bürger über Tiergesundheit?

Lückenhafte Kenntnisse erzeugen Unsicherheit – Arzneimittel für Hobbytiere weniger in der Kritik

Brüssel/Bonn, den 12. September 2016 – Der europäische Verband für Tiergesundheit (IFAH-Europe) hat jetzt die Ergebnisse einer großangelegten Umfrage veröffentlicht. In sechs EU-Staaten wurden erstmals die Bürger zu ihrem Wissen und ihrer Meinung über Tiergesundheit und die Anwendung von Tierarzneimitteln bei Hobby- und Nutztieren befragt. Die Ergebnisse der Umfrage machen deutlich, dass die Verbraucher grundsätzlich besorgt sind wegen der Anwendung von Tierarzneimitteln, gleichzeitig aber wenig darüber wissen. Auch sind die Zusammenhänge zwischen Tiergesundheit und menschlicher Gesundheit nur wenig bekannt. Die Umfrage verdeutlicht, wie wichtig es ist, das Bewusstsein über die Vorteile von Tierarzneimitteln und ihre verantwortungsvolle Nutzung zu erhöhen sowie darüber zu informieren, welche Regulierung und Kontrollmaßnahmen gelten und wie diese wirken.

Tiergesundheit und Tierwohl
60 Prozent der Befragten geben an, nicht zu wissen oder nicht zu glauben, dass Tierarzneimittel eine positive Auswirkung auf das Wohlergehen von Nutztieren haben. 59 Prozent sprechen Nutztieren aber das gleiche Recht auf medizinische Behandlung zu wie dem Menschen. Nimmt man das Ergebnis des neusten Eurobarometers der Europäischen Kommission1 hinzu, bei dem mehr als drei Viertel der Bürger einen besseren Schutz für Nutztiere wünschen, so wird deutlich, dass Menschen Tiergesundheit nicht unmittelbar mit  Anforderungen für das Wohlergehen der Tiere verknüpfen.

Hobbytiere
47 Prozent der Befragten ist nicht bekannt bzw. sie glauben nicht, dass Tierarzneimittel eine positive Auswirkung auf das Wohlergehen von Hobbytieren haben. Insgesamt scheint die Bereitschaft, gesundheitsfördernde Maßnahmen bei Hobbytieren zu akzeptieren, größer zu sein als bei Nutztieren. Mehr als 40 Prozent der Befragten ist nicht bewusst, dass die Übertragung bestimmter Krankheiten vom Hobbytier auf den Menschen verhindert werden kann, wenn die Tiere geimpft werden. Grundsätzlich schnitten die veterinärmedizinischen Maßnahmen in der Verbrauchereinschätzung am günstigsten ab, mit denen sich Krankheiten verhindern lassen.

Sichere Lebensmittel
Die Studie macht deutlich, dass die Verbraucher insgesamt eher besorgt auf Tierarzneimittel reagieren, vor allem was die eigene Gesundheit betrifft. Gleichzeitig zeigt sich, dass viele Fakten bei den Befragten nicht bekannt waren und der Vorbehalt oft auf Annahmen beruht. Fast drei Viertel der Befragten (72%) wissen oder glauben demnach nicht, dass die Behandlung kranker Nutztiere mit Tierarzneimitteln dazu beiträgt, Lebensmittel sicherer zu machen. Dass nur gesunde Tiere sichere Lebensmittel liefern können, scheint vielen nicht gegenwärtig zu sein. Die Lebensmittelsicherheit steht auch bei den Deutschen sehr hoch auf der Agenda und die Diskussion um Antibiotikaresistenzen beeinflusst viele der Befragten besonders stark. Dies alles macht deutlich, dass mehr über die Produktion sicherer Lebensmittel informiert werden muss.  

Genehmigungssysteme
Die Tiergesundheitsindustrie investiert enorme Ressourcen in die Entwicklung, Prüfung und Herstellung von sicheren und wirksamen Tierarzneimitteln und Europa hat eines der strengsten Genehmigungssysteme der Welt zur Prüfung und Kontrolle von Tierarzneimitteln. Zwei Drittel der Befragten (66%) fühlen sich darüber jedoch nicht gut informiert und rund 60 Prozent ist nicht bekannt, dass für Tierarzneimittel vergleichbare Sicherheitsstandards gelten wie für Medikamente im Humanbereich. Das Verhältnis gegenüber Tierhaltern und Industrie ist zudem durch Skepsis geprägt, in Deutschland stärker als bei den europäischen Nachbarn. Lücken zu den Fakten und das damit teilweise verbundene Unbehagen sind auf mangelnde, sachgerechte Informationen zurückzuführen.

IFAH-Europa-Generalsekretärin Roxane Feller und die Geschäftsführerin des Bundesverbandes für Tiergesundheit Dr. Sabine Schüller sind sich einig: "Die Ergebnisse der Umfrage zeigen, dass wir noch umfangreicher informieren müssen über die verantwortungsvolle Nutzung von Tierarzneimitteln und über deren weitreichende Vorteile Mensch und Tier. Wir müssen durch faktenbasierte Kampagnen verdeutlichen, warum Tierarzneimittel benötigt werden und was gesunde Tiere für die Gesellschaft als Ganzes bedeuten.“

Weitere Informationen:

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Pressekontakt:
Dr. Sabine Schüller
Tel. 0228/31 82 96, email bft(at)bft-online(dot)de