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BfT Special Nr. 51 / Oktober 2010

Das aktuelle Interview: Wenn Hund und Katze in die Jahre kommen

• „Der ältere Patient“ wird ein zunehmend wichtigeres Marktsegment

Im Auftrag des Bundesverbandes für Tiergesundheit e.V. (BfT) wurden in diesem Jahr in einer Online-Umfrage Hunde- und Katzenhalter zum Thema „Das ältere Haustier als Patient“ befragt. Die dabei gestellten Fragen sollten in erster Linie die individuelle Sichtweise der Tierhalter beleuchten und Antworten geben, wie diese mit ihren älter werdenden vierbeinigen Hausgenossen umgehen. Der Blickpunkt sprach mit dem BfT-Geschäftsführer Dr. Martin Schneidereit über die Umfrageergebnisse.

Blickpunkt: Warum haben Sie diese Marktstudie durchgeführt?

Dr. Schneidereit: Hunde und Katzen sind sehr wichtige Haustiere. Sie gehören quasi zur Familie. Gleichzeitig werden Hunde und Katzen immer älter. Für die Tiergesundheitsindustrie entwickelt sich hier ein interessanter Markt. Mit Hilfe der Befragung wollten wir erfahren, ob Tierhalter besondere Bedürfnisse bei ihren älter werdenden Hausgenossen ausmachen und ob sie eine besondere Versorgung für notwendig erachten.

Blickpunkt: Mit welchen Fragen sind Sie an das Thema herangegangen?

Dr. Schneidereit: Zunächst wollten wir wissen, ab wann Tierhalter Hund und Katze als alt wahrnehmen. Das Ergebnis war eindeutig und deckt sich zudem mit denen veterinärmedizinischer Fachuntersuchungen, die zu vergleichbaren Ergebnissen kommen. Sowohl Hund als auch Katze werden mit rund zehn Jahren als alt wahrgenommen, die Streubreite ist vor allem bei Hunden sehr gering.

Blickpunkt: Woran erkennen Tierhalter „Jetzt ist mein Tier alt“?

Dr. Schneidereit: Typische Symptome sind Einschränkungen der Bewegungsfähigkeit oder der Bewegungsfreude. Stoffwechselprobleme zählen ebenfalls dazu, Hör- und Sehprobleme oder Verhaltensveränderungen allgemeiner Art. Das „Älter werden“ wird dabei in der Regel ohne traumatische Ereignisse, sprich schwere Erkrankungen, sondern eher langsam und unspektakulär erlebt. Dennoch geht die Mehrzahl der Tierhalter von besonderen Bedürfnissen älterer Haustiere hinsichtlich der Versorgung aus. Hierbei spielen regelmäßige Tierarztbesuche, besondere Fütterungsbedingungen, angemessene Bewegung und die medikamentöse Unterstützung zur Linderung von Altersbeschwerden eine Rolle.

Blickpunkt: Gehen Tierhalter mit älteren Hunden oder Katzen häufiger zum Tierarzt?

Dr. Schneidereit: Darüber waren wir uns selber nicht sicher und deshalb haben wir diese Frage auch gestellt. Zunächst muss man sagen, dass die Gesundheit der Tiere insgesamt als extrem wichtig eingestuft wird, unabhängig vom Alter. Das erklärt, dass es nur tendenzielle Unterschiede zwischen jung und alt gibt, was die Häufigkeit der Tierarztbesuche betrifft. Unabhängig vom Alter suchen Hunde- und Katzenbesitzer im Durchschnitt dreimal im Jahr den Tierarzt auf. Insgesamt sind Hundehalter bereit, dafür rund 200 Euro pro Jahr zu zahlen. Die Kosten für die tierärztliche Versorgung bei Katzen liegen bei etwa 122 Euro.

Blickpunkt: Gibt es Erkenntnisse darüber, wie Tierhalter sich über das Thema informieren?

Dr. Schneidereit: Dazu lieferte die Umfrage ein sehr klares Ergebnis. Tierhalter suchen sich fachlich qualifizierte Informationen. Der Tierarzt ist deshalb nach wie vor der wichtigste Ansprechpartner mit einem hohen Vertrauensbonus. Aber bereits an zweiter Stelle steht das Internet. Auch der BfT nutzt dieses Medium zunehmend.

So informieren wir beispielsweise Tierhalter in regelmäßiger Folge mit fachlich kompetenten und wissenschaftlich fundierten Kurzbeiträgen über die bedeutendsten Erkrankungen bei Hund und Katze sowie über mögliche medizinische Behandlungsansätze im Krankheitsfall. Denn immerhin 50 Prozent der Befragten wünschen sich noch mehr Informationen speziell zur Versorgung älterer Haustiere. Auch dies ist ein Ergebnis der Umfrage.

Blickpunkt: Welche Schlüsse können aus Ihrer oder aus vergleichbaren Umfragen gezogen werden?

Dr. Schneidereit: Ziel der verbandlichen Umfrage war es zu klären, welche Bedeutung das Segment „Der ältere Patient“ einnimmt und zukünftig einnehmen wird. Unseren Mitgliedsfirmen und ihren Forschungs- und Marketingabteilungen helfen die Erkenntnisse aus solchen Befragungen, Entwicklungschancen im Markt zu sondieren und Entscheidungen über innovative Produktentwicklungen zu treffen. 

 

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