06.08.2019

Impfen schützt

Der beste Weg zu mehr Tiergesundheit: Krankheiten vermeiden

Es gibt viele gute Gründe für die Impfung. Das gilt für Nutztiere sowie für Klein- und Heimtiere gleichermaßen. Die Tiergesundheitsindustrie stellt dafür eine enorme Breite von Impfstoffen zur Verfügung: Aktuell sind mehr als 400 Impfstoffe bei 19 Tierarten gegen mehr als 80 Krankheiten zugelassen. Für Rind, Schwein und Huhn, Pferd und Schaf, Hund und Katze, aber auch Kaninchen, Frettchen, Fische oder die Brieftaube sind Impfstoffe verfügbar.

Umfangreiche Empfehlungen zur breiten Impfpalette gibt die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet), die jetzt ihr Informationsangebot auf einer neuen Internetseite noch umfangreicher präsentiert. Die neue Web-Adresse lautet http://stiko-vet.fli.de/de/stikovet/. Als wichtiges, neues Element wurden Impftabellen integriert. Darin enthalten sind alle Impfempfehlungen, die bislang erarbeitet wurden, übersichtlich nach Tierarten zusammengefasst. Für Wiederkäuer und Schweine haltende Betriebe wird darüber hinaus eine Differenzierung nach Nutzungsrichtungen beispielsweise Milcherzeugung, Mutterkuhhaltung und Rindermast bzw. nach Altersgruppen vorgenommen.

Im Kleintierbereich erleichtert die Einteilung in Core und Non-Core-Impfungen die Orientierung. So sind Core-Komponenten, gegen die in jedem Falle ein belastbarer Impfschutz vorhanden sein sollte, beim Hund die Parvovirose, die Staupe und die Leptospirose. Auch wenn die (Fuchs-)Tollwut hierzulande als getilgt gilt, ist eine Impfung aufgrund der immer wieder auftretenden Importfälle nach wie vor empfehlenswert. Für Reisen ins Ausland ist sie gesetzlich vorgeschrieben. Auch gegen die durch kontinuierliche Impfung selten gewordene ansteckende Hepatitis des Hundes (Hepatitis contagiosa canis) kann einer erneuten Verbreitung durch die Impfung vorgebeugt werden. Entscheidend für die Vermeidung zahlreicher Krankheiten ist nicht nur die Impfung des Einzeltieres, sondern ein ausreichender Populationsschutz.

Für Pferde zählen die Impfungen gegen Tetanus, Equine Influenza (EIV) und Equine Herpesvirus (EHV)-Infektionen vom Typ 1 und 4 zu den Core-Komponenten. Eine Impfung gegen das 2018 erstmals in Deutschland aufgetretene West-Nil-Virus wird in den betroffenen Gebieten empfohlen.

Die Non-Core-Komponenten sind nicht grundsätzlich weniger wichtig, aber nicht für jedes Tier zu jeder Zeit gleichbedeutend. Ob sie nötig sind, hängt auch von den Lebensumständen des Tieres ab.

Der Nutzen von Impfungen ist unter Fachleuten unumstritten. Sie sind neben der Betriebshygiene, den Haltungsbedingungen inklusive Fütterung und der Biosicherheit eine der wichtigsten Säulen im Tiergesundheitsmanagement.

Impfungen gegen zoonotische Erreger, die auch dem Menschen gefährlich werden können, schützen zudem auch den Mensch.


Foto: Pixabay/Chibimundo

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Weitere Informationen:
Bundesverband für Tiergesundheit e.V.
Dr. Sabine Schüller
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