• Augen auf bei der Ohrengesundheit

    Sie hängen oder stehen, sind mal länger oder kürzer – Hundeohren sind so unterschiedlich wie die Vielfalt der Hunderassen. In der Regel sind die filigranen Gebilde erstaunlich robust und bedürfen keiner besonderen Pflege. Doch es gibt auch Ausnahmen...

  • Tierseuchen verursachen große Schäden

    Der Ausbruch bekannter sowie die Einschleppung neuer Tierseuchen stellen eine immerwährende, ernst zu nehmende Bedrohung für die Tierbestände dar. Einige Infektionskrankheiten können auch auf den Menschen übertragen werden...

  • Reisen mit dem Hund: Tipps für eine gute Fahrt

    Reisen ist für den Hund oftmals mit Stress verbunden. Die hundegerechte Urlaubsplanung macht es Mensch und Tier leichter. Viele Maßnahmen sind problemlos umsetzbar, zeigen aber dennoch große Wirkung ...

    Foto: BfT/Ingrid Pakats/Shutterstock
  • Hitzestress belastet Schweine, Rinder und Geflügel

    Der Klimawandel führt auch in Deutschland zu immer längeren und heißeren Hitzeperioden. Die Sommer 2018, 2019 und 2020 haben sich in das nationale Gedächtnis geradezu „eingebrannt“. Extreme Temperaturen belasten nicht nur die Menschen, sondern auch die landwirtschaftlichen Nutztiere. Tierhalter müssen darauf reagieren...

26.03.2019

Soweit die Klauen tragen

Verminderte Leistungen und zu frühe Abgänge verursachen hohe wirtschaftliche Schäden – Mögliche Ursachen rechtzeitig erkennen

Bonn, den 26.03.2019 - Gesunde Klauen tragen in Milchviehbetrieben nicht nur die Tiere beschwerdefrei durchs Leben, sie sind auch eine wichtige Voraussetzung für mehr Milch im Tank. Die Ursachen für Klauenerkrankungen können vielfältig sein.

So unterscheidet man zwischen infektiösen und nichtinfektiösen Klauenerkrankungen. Die Klauenrehe ist die häufigste nichtinfektiöse Erkrankung. Sie ist die Folge einer Stoffwechsel- und Durchblutungsstörung der Klauenlederhaut. Mögliche Ursachen sind Fütterungsfehler, die zu Fehlgärungen im Pansen führen. Besonders empfindlich sind auch Kühe in der sensiblen Phase rund um den Geburtszeitraum.

Infektiöse Klauenkrankheiten sind ansteckend und werden von Tier zu Tier übertragen. Eine der bekanntesten ist die Mortellaro. Risikofaktoren für diese Entzündung der Zehenhaut sind feuchtwarme Klimabedingungen im Stall sowie Verschmutzungen an den Klauen vor allem im Bereich des Zwischenklauenspaltes. Ein konsequentes Stallhygienemanagement sowie regelmäßige Klauenpflegemaßnahmen senken das Risiko für Mortellaro.

Gesundheit fördern

Experten empfehlen, zwei- bis dreimal im Jahr eine Klauenpflege durchzuführen. Das hat auch den Vorteil, dass Unregelmäßigkeiten an der Klaue rechtzeitig erkannt und Gegenmaßnahmen eingeleitet werden können. Die Klauenpflege sollte zudem bereits im Färsenalter beginnen. In jeden Stall gehören regelmäßige Klauenbäder. Sie wirken vorbeugend desinfizierend oder in Absprache mit dem Tierarzt und je nach Produkt auch therapeutisch.

Werden Fütterungsfehler als Ursache identifiziert, muss die Ration langsam optimiert und an die individuellen (Lebens-)Bedürfnisse eines Tieres angepasst werden. Das betrifft sowohl die Futterqualität als auch die Zusammensetzung der Ration. Da Kühe rund 14 Stunden am Tag liegen, müssen ausreichend viele und sauber eingestreute Liegeboxen zur Verfügung stehen.

Klauenerkrankungen sind keine automatische Folge von Bestandsgrößen. Auch in großen Herden gilt die Regel „das Auge des Herrn mästet das Vieh“. In modernen Ställen unterstützen jedoch digitale Anwendungen, wie die Einzeltieridentifikation das Tiergesundheitsmanagement. Mithilfe von automatisch erfassten Daten, beispielsweise zum Liegeverhalten und zur Futteraufnahme, können Probleme frühzeitig erkannt werden. Kleine Roboter sorgen rund um die Uhr für saubere Spaltenböden.

Auch die Körperkondition der Kühe lässt Rückschlüsse auf die Klauengesundheit zu. Neue, videobasierte Systeme stehen inzwischen zur Verfügung, um die Tiere individuell auf ihre Körperkonditionen zu beurteilen.

Die Aufwendungen für die Tiergesundheit rechnen sich, denn Klauen- und Gliedmaßenerkrankungen stellen die dritthäufigste Abgangsursache in den deutschen Milchviehbeständen dar. Die angegebene jährliche Inzidenz für Klauenerkrankungen variiert laut Literaturangaben zwischen 30 und 69 Prozent.

Mangelnde Klauenpflege kann auch zu orthopädischen Fehlstellungen und damit zu starken Einschränkungen inklusive starker Schmerzen führen. Klauenerkrankungen verursachen zudem hohe Kosten im laufenden Betrieb. Den Hauptanteil bilden die Ausfälle durch Fruchtbarkeitsstörungen und verlängerte Zwischenkalbezeiten. Man schätzt, dass durchschnittlich 350 Euro je Klauengeschwür veranschlagt werden müssen.


Abdruck

Abdruck Text und Foto
(nur in Verbindung mit dieser Meldung)
honorarfrei bei Quellenangabe.

Weitere Informationen:
Bundesverband für Tiergesundheit e.V.
Dr. Sabine Schüller
E-Mail bft@bft-online.de

BfT Abo Service

Sobald es neue Inhalte in diesem Bereich gibt,
können wir Sie per E-Mail benachrichtigen.
Hier können Sie sich anmelden.