BfT Special Nr. 35 / Juni 2005


Risiko entsteht im Kopf

Ernährungsverhalten auf dem Prüfstand • Keine Gefährdung durch Lebensmittel tierischer Herkunft

Lebensmittel tierischer Herkunft werden in Deutschland frei von gesundheitsgefährdenden Rückständen auf den Markt gebracht. Zu diesem Ergebnis kommt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) in ihrem Ernährungsbericht 2004.

„from stable to table”
Um möglichen Rückständen in Lebensmitteln tierischer Herkunft auf die Spur zu kommen, wurde in Deutschland ein Untersuchungsverbund etabliert, dessen Bogen sich von der Erzeugung eines Lebensmittels bis zum Verbraucher spannt. Der Untersuchungsschwerpunkt nach dem so genannten Nationalen Rückstandskontrollplan (NRKP) liegt dabei auf dem Nachweis von verbotenen und nicht zugelassenen Substanzen sowohl durch Probenahmen in den Tierbeständen als auch durch Kontrollen auf der Handelsstufe.

Und obwohl die Analytik in immer niedrigere Konzentrationsbereiche vordringt, betrug die Rückstandsfreiheit laut Ernährungsbericht bei 229.538 Proben 99,75%. Die Anzahl Hemmstoff positiver Proben ist damit innerhalb von zwei Jahren um weitere 0,1% zurückgegangen. Der Verbraucher kann also davon ausgehen, dass Lebensmittel tierischer Herkunft frei von gesundheitsgefährdenden Rückständen auf den Markt kommen.

Keine Entwarnung beim Verbraucher
Solch wissenschaftlich fundierte Zahlen sprechen eigentlich eine eindeutige Sprache, die Wahrnehmung beim Verbraucher aber ist eine andere. Das Gefährdungspotenzial möglicher Rückstände wird überschätzt und das eigene Fehlverhalten – zu süß, zu fett, zu unausgewogen – nicht kritisch genug hinterfragt.

Die DGE hat deshalb auch untersucht, wie das Thema Ernährung in den Medien – und hier vor allem im Fernsehen – kommuniziert wird. Essen und Trinken ist in der deutschen Fernsehlandschaft durchaus präsent. Die Darstellung weicht aber häufig von den Regeln einer gesunderhaltenden Ernährungsweise ab. Auch das Aufklärungspotenzial des Massenmediums Fernsehen wird noch zu wenig genutzt. Dies geht u.a. zu Lasten der allgemeinen Einschätzung von Lebensmittelsicherheit, was auch deshalb so kritisch zu bewerten ist, da die häufig emotional aufbereitete Berichterstattung über so genannte Skandale beim Verbraucher meist mehr Aufmerksamkeit hervorruft und in dessen Wahrnehmung haften bleibt.

Der Vermittlung der gegen Null gehenden Gefährdung durch Rückstände pharmakologischer Herkunft und einer bewussteren Lebensführung mit abwechselungsreicher Kost und ausreichender Bewegung kommt deshalb auch zukünftig eine wichtige Bedeutung zu.