BfT Special Nr. 40 / Februar 2007
Aquakultur boomt
Fisch ist weltweit ein wichtiges Grundnahrungsmittel
Die Aufzucht von Fischen und Meeresfrüchten zählt zu den stärksten Wachstumssegmenten der Ernährungswirtschaft. Bereits heute wird der Bedarf an Konsumfisch zu 43 Prozent aus Aquakulturen gedeckt, Tendenz weiter steigend. Nach Aussage der Welternährungsorganisation FAO werden zur Zeit 45,5 Millionen Tonnen Fisch mit einem Wert von US $ 63 Milliarden in Aquakulturen erzeugt. Für 2030 wird mit einem zusätzlichen Bedarf von 40 Millionen Tonnen gerechnet. Dies auch deshalb, weil die Versorgung aus Wildfängen stagniert.
In Deutschland ist die Aquakultur geprägt von der klassischen Forellen- und Karpfenteichwirtschaft mit einer Jahresproduktion von 30.000 Tonnen sowie durch die Muschelzucht. Neue Entwicklungen in der Haltungstechnik ermöglichen inzwischen aber auch die Aufzucht hochpreisiger Arten in Anlagen, die den Fischen, unabhängig von natürlichen Wasserquellen, optimale Lebensbedingungen bieten. Solche Systeme erlauben die ganzjährige Marktplatzierung von Frischfisch, was zu einem weiteren Aufschwung der Fischwirtschaft beitragen wird. Besonders Aale, Wels, Stör und Streifenbarsche werden zunehmend in Aquakulturanlagen aufgezogen. Und selbst marine Arten wie Steinbutt, Wolfsbarsch, Goldbrasse und seit neuestem auch Shrimps sind dort bereits vertreten. Mit der intensiveren Fischaufzucht verbunden ist auch ein erhöhtes Risiko des Auftretens und der Ausbreitung von Infektionen. Deshalb ist die Krankheitsvorbeugung für die nachhaltige Entwicklung dieser wirtschaftlichen Tätigkeit unbedingt notwendig. Impfstoffe spielen bei der Überwachung von Infektionskrankheiten eine wichtige Rolle. So konnte beispielsweise in Norwegen durch die Verwendung neuer Impfstoffe der Einsatz von Antibiotika in den beiden vergangenen Jahrzehnten um 98 Prozent reduziert werden - und dies bei deutlicher Steigerung der Fischproduktion.