BfT Special Nr. 44 / Juni 2008
AfT Symposium - Ektoparasiten als Krankheitsüberträger
Reiselust birgt Risiken - Zecken, Flöhe und Mücken mit Gefährdungspotenzial
Im Rahmen des 4. Leipziger Tierärztekongresses hatte auch die Akademie für Tiergesundheit e.V. (AfT) zum Frühjahrssymposium nach Leipzig eingeladen. Das Symposium stand ganz im Zeichen von Hund und Katze sowie dem Gefährdungspotenzial von Ektoparasiten als Krankheitsüberträger für diese Hobbytiere.
Die Referenten waren sich einig darüber, dass die Globalisierung auch vor den Parasiten nicht halt mache. So habe man in den klimatisch gemäßigten Regionen Mitteleuropas eine Häufung verschiedener Ektoparasiten sowie neue, bisher nicht heimische Spezies nachweisen können. Ein verstärktes Aufkommen von beispielsweise Zecken könne aufgrund veränderter Habitate in unseren Regionen möglicherweise erklärt werden. Die Fragen, inwieweit in unseren Breiten heimische Mücken als Vektoren in Frage kämen und eine Verbreitung von Zoonosen beschleunigten, seien dagegen noch völlig offen.
Unerwünschte "Souvenirs"
Einige Erreger würden meist bei Reiseaufenthalten in südlichen Ländern erworben. Besonderes Augenmerk verdiene die von Schmetterlingsmücken (Phlebotomus perniciosus) übertragene Leishmaniose, da diese auch auf den Mensch übertragen werden könne. Durch die Mitnahme von Hunden in endemische Gebiete werde diese Krankheit inzwischen auch in Deutschland immer häufiger diagnostiziert. Ohne Behandlung verlaufe die kanine viszerale Leishmaniose meist tödlich. Am besten sei es deshalb, Hunde nicht in endemische Gebiete mitzunehmen.
Anaplasmen und Borrelien seien in Deutschland bereits weit verbreitet, auch wenn die bislang in Prävalenzstudien getesteten Tiere überwiegend klinisch unauffällig gewesen seien. Hinsichtlich klinischer Symptome müsse jedoch Mischinfektionen eine Bedeutung beigemessen werden.
Nach dem Urlaub vorbeugen
Unter den Dirofilarien spiele vor allem die Herzwurmkrankheit, hervorgerufen durch Dirofilaria immitis, bei Hunden und Katzen eine Rolle. Im Reiseland Norditalien beispielsweise seien 50 bis 80 Prozent der Hunde und etwa 25 Prozent der Katzen infiziert. Deshalb sei die Herzwurm-Prophylaxe nach einer Reise empfehlenswert. Der zunehmende Tierimport wurde als Infektionsrisiko mit noch unbekanntem Einfluss auf die epidemiologische Situation parasitärer Erreger bezeichnet. Die Kleintierpraxen müssten sich den sich ändernden Bedingungen anpassen und Diagnostik sowie Behandlungsrepertoire entsprechend erweitern.