BfT Special Nr. 53 / Juni 2011


25 Jahre BfT

Am 10. September 1986 wurde in Frankfurt der Bundesverband für Tiergesundheit gegründet. „Damit wurde eine notwendige strukturelle und organisatorische Anpassung an internationale Gegebenheiten auf dem Gebiet der Tiergesundheit vollzogen“, wie es in der Mitteilung zur Gründung heißt. Seit dieser Zeit hat die Industrie eine Reihe von markanten Innovationen im Tierarzneimittel- und Impfstoffbereich entwickelt und auf den Markt gebracht. Die vorliegende Ausgabe des Blickpunktes beschäftigt sich ausführlich damit.

Einige Beobachtungen jedoch stimmen nachdenklich. Während sich das Wachstum der – nach wie vor kleinen – Industrie stetig entwickelt hat, halbierte sich die Anzahl der international tätigen forschungsorientierten Firmen. Diese Fusionen sind nötig, um die Innovationskraft der Tiergesundheitsindustrie zu erhalten. Auf der im Inneren der Ausgabe dargestellten Grafik zu den Meilensteinen der Tierarzneimittelentwicklung seit Mitte der 80er Jahre fehlen dennoch beispielsweise neue Antibiotikaklassen. Sie fehlen nicht aus Opportunität, sondern weil seit der Einführung der Fluorchinolone vor fast 30 Jahren für die Veterinärmedizin keine neue Substanzklasse mehr entwickelt wurde.

Die Gründe dafür sind vielfältig. Ein wichtiger Grund für das Einstellen von Forschungsaktivitäten sind zu restriktive Rahmenbedingungen. Wenn die Betrachtung der Risikominimierung und die überbetonte Berücksichtigung „gefühlter“ Ängste die rationale Nutzen-Risikobewertung dominieren, entwickelt sich ein forschungsfeindliches Umfeld.

Es bleibt zu hoffen, dass es in den nächsten Jahren gelingt, berechtigte Forderungen nach der Sicherheit von Tierarzneimitteln in Einklang zu bringen mit innovationsfreundlicheren Bedingungen. Nur dann kann die Tierarzneimittelindustrie neue, wirksame und sichere Produkte entwickeln. (ms)