AfT-Symposium

Schmerzmanagement bei Hunden und Katzen

Multimodale Therapien versprechen die besten Erfolge

Die Schmerzerkennung im klinischen Alltag, Wirkstoffe und Therapieformen bis hin zur Prävention postoperativer Schmerzen bei Hund und Katze waren Thema des Sommersymposiums der Akademie für Tiergesundheit (AfT). Das Symposium war dem Gedenken an Dr. Martin Schneidereit gewidmet und fand im Juli an seiner Alma Mater, der Ludwig-Maximilians-Universität München statt.

Der Therapie von akutem und auch chronischem Schmerz kommt in der Tiermedizin eine große Bedeutung zu. Die besondere Problematik liegt darin, dass Tiere nur begrenzt in der Lage sind, Schmerzen mitzuteilen. Vor allem bei der Katze kann das schmerzspezifische Verhalten sehr versteckt, individuell und variabel sein. Die Referenten des Symposiums stellten verschiedene Ansätze vor, die geeignet sind, Schmerzen zu erkennen und zu messen.

Für die Schmerzbehandlung stehen dem Tierarzt heute eine Reihe unterschied-licher Wirkstoffe verschiedener Klassen zur Verfügung. Die multimodale Schmerztherapie kombiniert diese Wirkstoffe, um möglichst effektiv an verschiedenen Angriffsorten das Schmerzempfinden zu kontrollieren. Neben der klassischen Form der Schmerztherapie mittels Medikamenten, etwa mit nicht-steroidalen Antiphlogistika, Opioiden oder Pyrazolonderivaten, kommen auch unterstützende Methoden wie die Physiotherapie oder Akupunktur zum Einsatz.

Schmerz hat keine Schutzfunktion

Vor allem beim Management traumatisch bedingter oder post-operativer Schmerzen ist die Ansicht überholt, dass Schmerzen eine wichtige Schutzfunktion ausüben. Vielmehr verlaufen die Heilungsprozesse beim Tier ohne Schmerzen wesentlich günstiger. Der Entwicklung eines Schmerzgedächtnisses wird vorgebeugt. Beispiele zum aktuellen Management spezifischer Situationen wie traumatisch bedingtem, chronisch orthopädischem, spinalem sowie abdominalem Schmerz und Tumorschmerz zeigten auf, dass die multimodale Therapie mit Kombination verschiedener Wirkstoffe die besten Erfolge verspricht. Besonders bei chronisch erkrankten Patienten steht die verbesserte – möglichst schmerzfreie – Lebensqualität des Tieres im Fokus.

Wissenschaftlicher Dialog

Die Akademie für Tiergesundheit wurde als unabhängiges Forum der Förderung von Wissenschaft und Forschung auf den Gebieten der Veterinärmedizin und Tierernährung errichtet. In den AfT-Symposien stehen Fragestellungen der Tiergesundheit und der interdisziplinäre Austausch mit politischen und anderen gesellschaftsrelevanten Gruppen im Vordergrund. Darüber hinaus unterstützt die AfT junge Wissenschaftler. An der Konzeption und Umsetzung der AfT war Dr. Martin Schneidereit von Beginn an maßgeblich beteiligt.

Die Abstracts aller Vorträge sind unter www.aft-online.net veröffentlicht.