• Die feline Hyperthyreose tritt besonders häufig bei älteren Katzen auf.
13.12.2018

Kranke Schilddrüse bringt Hormonhaushalt durcheinander

Die feline Hyperthyreose ist eine schwere Stoffwechselerkrankung, die besonders häufig bei älteren Katzen auftritt.

Wenn die Schilddrüse krank ist, spielen die Hormone verrückt. Mit Medikamenten kann einer an Hyperthyreose erkrankten Katze geholfen werden. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen ermöglichen die frühzeitige Diagnose.

Mieze geht es nicht gut. Sie ist fahrig, frisst ohne Hemmungen und nimmt trotzdem ab, ständig trinkt sie, ihr struppiges Fell aber wirkt wie vertrocknet. Auch wenn die Katze schon älter ist, das sind längst keine typischen Altersmacken mehr – hier ist schnelle Hilfe geboten. Die beschriebenen Symptome weisen auf eine schwere Stoffwechselerkrankung – auf eine Überfunktion der Schilddrüse - hin. Der Tierarzt spricht dann von einer felinen Hyperthyreose.

Die Schilddrüsenüberfunktion tritt bei Katzen vor allem in der zweiten Lebenshälfte auf. Knapp 14 Prozent der über acht Jahre alten Katzen und fast 20 Prozent der über 12-jährigen Tiere leiden an Hyperthyreose. Insgesamt nimmt die Zahl der Erkrankungsfälle seit einigen Jahren zu. Bei den meisten wird die Krankheit jedoch nicht rechtzeitig erkannt, nur rund jede fünfte an Hyperthyreose erkrankte Katze wird behandelt. Untersuchungen in Tierarztpraxen haben auch gezeigt, dass die Hyperthyreose meist bei der regelmäßigen Vorsorgeuntersuchung entdeckt wird, oft noch bevor die Katze erkennbar abbaut. Die rechtzeige Diagnose ist wichtig, da der Katze bei entsprechender medikamentöser Therapie viel Leid erspart bleibt. Die Erfolgsrate bei Behandlungen liegt zwischen 85 und 90 Prozent. Bleibt die Erkrankung dagegen zu lange unentdeckt, können Nierenfunktionsstörungen oder sogar Herzversagen die Folge sein.

Bei der Hyperthyreose handelt es sich um eine Funktionsstörung der Schilddrüse. Ursache ist fast immer ein gutartiger Tumor der Schilddrüse und in Folge eine stark erhöhte Produktion des Schilddrüsenhormons Thyroxin. Die überschüssigen Hormone gelangen in den Blutkreislauf und aktivieren - zumindest kurzfristig - die Lebensgeister der Katzensenioren. Bösartige Tumore der Schilddrüse sind dagegen bei der Katze eher seltener.

Die Behandlung einer Hyperthyreose kann beispielsweise chirurgisch oder auch mittels Radiojodtherapie durchgeführt werden. Das Mittel der Wahl sind jedoch Medikamente, sogenannte Thyreostatika. Diese hemmen die Bildung der Schilddrüsenhormone und müssen lebenslang verabreicht werden. Mit der Wahl von Futter mit niedrigem Jodgehalt kann der Tierhalter die Therapie unterstützen.

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Dr. Sabine Schüller,
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