Wie erkenne ich Schmerzen bei der Katze?
Katzen zeigen Schmerzen häufig nur sehr zurückhaltend. Gerade chronische Schmerzen entwickeln sich oft schleichend und machen sich zunächst nur durch kleine Veränderungen im Verhalten oder in der Beweglichkeit bemerkbar. Für Katzenhalter ist es deshalb besonders wichtig, die Gewohnheiten ihres Tieres zu kennen und auf Veränderungen zu achten.
Katzen zeigen Schmerzen häufig nur subtil
Schmerzen können akut auftreten, beispielsweise nach einer Verletzung oder Operation. Sie können sich aber auch allmählich entwickeln und über längere Zeit bestehen, etwa bei chronischen Erkrankungen der Gelenke.
Eine Katze mit Schmerzen muss nicht unbedingt laut miauen oder deutlich lahmen. Manche Tiere ziehen sich zurück, schlafen mehr oder spielen weniger. Andere reagieren plötzlich gereizt, möchten nicht mehr angefasst oder hochgehoben werden oder verändern ihre Körperhaltung.
Auch Veränderungen beim Putzen, Fressen oder bei der Nutzung der Katzentoilette können Hinweise auf schmerzhafte Prozesse liefern. Entscheidend ist häufig nicht ein einzelnes Symptom, sondern die Abweichung vom gewohnten Verhalten der Katze.
Schmerzen im Gesicht erkennen: die Feline Grimace Scale
Auch der Gesichtsausdruck einer Katze kann Hinweise auf Schmerzen geben. Die sogenannte Feline Grimace Scale (FGS) wurde entwickelt, um bestimmte Veränderungen im Katzengesicht systematisch zu beurteilen.
Dabei werden fünf Bereiche betrachtet:
Ohren: Bei einer entspannten Katze sind die Ohren normalerweise nach vorne gerichtet. Bei Schmerzen können sie weiter auseinanderstehen oder stärker nach außen beziehungsweise hinten gedreht sein.
Augen: Die Augen können zunehmend zusammengekniffen werden.
Schnauze: Die normalerweise eher rund wirkende Schnauzenpartie kann angespannter und abgeflachter erscheinen.
Schnurrhaare: Sie können ihre entspannte, leicht gebogene Position verlieren und gerader beziehungsweise stärker nach vorne gerichtet sein.
Kopfposition: Eine Katze mit Schmerzen kann ihren Kopf tiefer halten als gewöhnlich.
Die einzelnen Merkmale werden danach beurteilt, wie deutlich sie verändert sind. Die FGS kann so helfen, akute Schmerzen strukturierter wahrzunehmen.
Wichtig ist jedoch: Die Feline Grimace Scale wurde zur Beurteilung akuter Schmerzen entwickelt. Bei chronischen Schmerzen, beispielsweise durch Arthrose (bzw. Osteoarthritis), sind vor allem längerfristige Veränderungen von Bewegung, Aktivität und Verhalten wichtig.
Chronische Schmerzen zeigen sich im Alltag
Chronische Schmerzen sind besonders schwer zu erkennen, weil sich Veränderungen häufig langsam entwickeln. Eine Katze springt vielleicht zunächst nur etwas seltener auf die Fensterbank. Später benutzt sie einen Stuhl als Zwischenstufe oder sucht sich einen anderen Schlafplatz, der leichter erreichbar ist.
Gerade bei älteren Katzen werden solche Veränderungen leicht als normale Alterserscheinung angesehen. Hinter ihnen können jedoch Schmerzen stecken.
Typische Veränderungen können sein:
- weniger oder niedrigere Sprünge,
- Zögern vor dem Hoch- oder Herunterspringen,
- Schwierigkeiten beim Treppensteigen,
- ein steifer oder vorsichtiger Gang,
- weniger Spielen und Bewegung,
- längere Ruhephasen,
- Schwierigkeiten beim Einsteigen in die Katzentoilette,
- veränderte Fellpflege,
- Rückzug oder erhöhte Reizbarkeit,
- Abwehr beim Berühren bestimmter Körperregionen.
Eine hilfreiche Frage lautet daher: „Was macht meine Katze heute anders als früher?“
Die Feline Grimace Scale kann dabei helfen, akute Schmerzen anhand des Gesichtsausdrucks besser wahrzunehmen. Bei chronischen Gelenkschmerzen sind dagegen vor allem Veränderungen von Mobilität, Aktivität und Verhalten entscheidend.
Besteht der Verdacht auf Schmerzen, sollte die Ursache tierärztlich abgeklärt werden.
Stand: 02.11.2026
Download
Dieses Bild darf ausschließlich zur redaktionellen Veröffentlichung im Zusammenhang mit dieser Pressemitteilung verwendet werden. Eine Verwendung in einem anderen Zusammenhang sowie eine von der Pressemitteilung losgelöste Weitergabe oder sonstige Nutzung des Bildes ist nicht gestattet
Nutzung Foto und Text: honorarfrei bei Quellenangabe.
Weitere Informationen:
Bundesverband für Tiergesundheit e.V.
Martin Lohmann
E-Mail: presse@bft-online.de
Sobald es neue Inhalte in diesem Bereich gibt,
können wir Sie per E-Mail benachrichtigen.
Hier können Sie sich anmelden.