28.01.2026

Gesundheitsvorsorge bei Haustieren

Bedeutung der Prävention

Regelmäßige Gesundheitsvorsorge ist ein zentraler Bestandteil verantwortungsvoller Tierhaltung. Ziel ist die Früherkennung und Vermeidung von Erkrankungen, um die Lebensqualität und Lebenserwartung von Haustieren zu sichern. Präventive Maßnahmen ergänzen die Behandlung akuter Krankheiten und tragen zur nachhaltigen Tiergesundheit sowie zum Schutz der öffentlichen Gesundheit bei. 

Regelmäßige tierärztliche Untersuchungen

Mindestens einmal jährlich sollte eine klinische Untersuchung durch eine Tierärztin oder einen Tierarzt erfolgen. Dabei werden Allgemeinzustand, Körpergewicht, Haut, Fell, Augen, Ohren, Maulhöhle, Herz-Kreislauf-System, Atmung und Bewegungsapparat beurteilt. Für ältere Tiere oder solche mit Vorerkrankungen kann ein halbjährlicher Kontrollrhythmus sinnvoll sein. Ergänzend ermöglichen Blut-, Harn- und Kotuntersuchungen die frühzeitige Erkennung von Stoffwechsel- oder Organveränderungen.

Impfungen

Impfungen gehören zu den wirksamsten Maßnahmen der Krankheitsprävention. Sie schützen vor infektiösen Erkrankungen, die teilweise schwer oder tödlich verlaufen und auf andere Tiere oder Menschen übertragbar sein können. Der Impfplan sollte individuell festgelegt werden – abhängig von Alter, Lebensumständen, Kontakt zu anderen Tieren und regionalem Infektionsrisiko.

Parasitenkontrolle

Ein umfassender Schutz vor externen Parasiten wie Flöhen, Zecken und Milben sowie vor internen Parasiten wie Spul- oder Bandwürmern ist für alle Haustiere wesentlich. Regelmäßige Entwurmung oder Kotuntersuchungen verhindern eine unkontrollierte Vermehrung von Endoparasiten. Spot-on- oder Tablettenpräparate schützen zusätzlich vor Flöhen und durch Zecken übertragenen Infektionen. Alternativ stehen auch Halsbänder und per Injektion zu verabreichende Präparate zur Verfügung. Die Auswahl geeigneter Produkte sollte in Rücksprache mit der Tierärztin oder dem Tierarzt erfolgen und an das individuelle Risiko angepasst werden.

Ernährung und Körpergewicht

Eine ausgewogene, altersgerechte Ernährung trägt entscheidend zur Gesunderhaltung bei. Übergewicht ist ein häufiger Risikofaktor für Gelenk-, Stoffwechsel- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, während Nährstoffmangel zu Haut-, Fell- oder Wachstumsstörungen führen kann. Regelmäßige Gewichtskontrolle, Futteranpassung an Aktivitätsniveau und fachliche Ernährungsberatung unterstützen eine stabile Gesundheit.

Zahngesundheit

Zahnstein und Erkrankungen der Maulhöhle, insbesondere Zahnfleischentzündungen, gehören zu den häufigsten, aber oft übersehenen Problemen bei Haustieren. Eine regelmäßige Kontrolle des Gebisses – idealerweise bei jedem Tierarztbesuch – ermöglicht die frühzeitige Erkennung und Behandlung solcher Erkrankungen. Ergänzend können Zahnpflegeprodukte, spezielle Kauartikel oder Zahnpflegefutter die Mundhygiene unterstützen und das Risiko von Entzündungen verringern.

Bewegung und Verhalten

Regelmäßige körperliche Aktivität fördert Stoffwechsel, Muskelkraft und Beweglichkeit und unterstützt das psychische Wohlbefinden. Auch geistige Auslastung – etwa durch Training, Spiele oder artgerechte Umweltanreicherung – ist Teil der Gesundheitsvorsorge. Veränderungen im Verhalten, im Appetit oder in der Aktivität können erste Anzeichen gesundheitlicher Probleme sein und sollten tierärztlich abgeklärt werden.

Altersvorsorge

Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko chronischer Erkrankungen, etwa von Herz, Nieren oder Gelenken. Spezielle Vorsorgeuntersuchungen für ältere Tiere, einschließlich Blut-, Urin- und Blutdruckkontrollen, ermöglichen eine frühzeitige Diagnose und eine individuell angepasste Behandlung. Eine gezielte Betreuung im Seniorenalter kann die Lebensqualität und Mobilität deutlich verbessern.

Fazit

Gesundheitsvorsorge bei Haustieren bedeutet eine enge Zusammenarbeit zwischen Tierhalterinnen, Tierhaltern und Tierärztinnen oder Tierärzten. Durch regelmäßige Untersuchungen, angepasste Impf- und Parasitenprogramme, ausgewogene Ernährung, Zahnhygiene, Bewegung und altersgerechte Betreuung lassen sich viele Erkrankungen vermeiden oder frühzeitig erkennen. Eine sorgfältig geplante Prävention trägt entscheidend zu einem langen, gesunden und aktiven Leben des Tieres bei.

 

Stand 27.01.2026

 


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Weitere Informationen:
Bundesverband für Tiergesundheit e.V.
Dr. Sabine Schüller
E-Mail bft@bft-online.de

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